Stress und Übergewicht: Pendler in Köln

Du bist Pendler in Köln? Mit Bus, Bahn oder dem eigenen Auto morgens hin, abends zurück. So schwer kann Pendeln doch eigentlich gar nicht sein. Doch die Realität sieht anders aus. Überfüllte Straßen, verspätete Bahnen, Zeitdruck und Lärm. Warum Pendeln krank macht und warum du lieber direkt in Köln wohnen solltest, wird unser heutiger Artikel beantworten.

Auf den Straßen Kölns: 2 Stunden und mehr

Familiäre Verpflichtungen, soziale Kontakte, die Vereinsmitgliedschaft oder pflegebedürftige Angehörige. Es gibt viele Gründe, um zum Beispiel bei einem Standortwechsel im Unternehmen, einem neuen Jobangebot oder der Zulassung zum Studium nicht gleich die Koffer zu packen. Für Viele ist Pendeln dann die einzige Alternative. Doch welche Pendelzeiten sind eigentlich zumutbar?

Laut Paragraph 140 des Sozialgesetzbuch III gilt bei einer Arbeitszeit von bis zu 6 Stunden eine täglich Pendelzeit von insgesamt 120 Minuten als zumutbar. Bei längeren Arbeitszeiten gelten täglich sogar 2,5 Stunden als akzeptabel. Wichtig ist, dass Pendelzeit nicht gleichbedeutend mit der Fahrtzeit ist. Denn „Pendeln“ umfasst die tatsächliche Zeit von Tür zu Tür. Wir werden uns jetzt jedoch vor allem die gesundheitlichen Aspekte des Pendelns anschauen.

PRAXISTIPP

Rechne doch mal aus, wieviele Stunden du wöchentlich mit Pendeln zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Studium verbringst!

Pendeln macht krank

Fast 50 Prozent der in Köln Beschäftigten sind Pendler! Auch viele Studenten nehmen längere Fahrtzeiten in Kauf. Da wundert es nicht, dass die Menschen immer häufiger krank werden. Denn Pendeln bringt so einige Risikofaktoren mit sich, die über lange Zeit zu ernsten Erkrankungen führen können.

Pendler Köln
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Stress

Lustlosigkeit, Tinnitus, Konzentrationsstörungen oder Rückenschmerzen werden oft nicht ernst genommen. Dabei sind es deutliche Warnsignale für eine hohe Stressbelastung!

Insbesondere Pendler, die mit dem Auto unterwegs sind, müssen sich häufig durch Baustellen und kilometerlange Staus quälen. Das erhöht den Stresspegel immens. Wer dann noch von anderen ungeduldigen Pendlern in riskanten Manövern überholt wird, darf sich spätestens im Büro über einen hohen Cortisolspiegel freuen. Das fröhliche „Guten Morgen“ hilft dabei dann nicht wirklich. Viel besser wäre jetzt ein bisschen Bewegung, doch dazu gleich mehr. Auch verspätete Bahnen, eisige Kälte am Bahnhof und unfreundliche Mitreisende tragen nicht gerade zu einer entspannten Fahrt bei.

PRAXISTIPP

Wenn du aktuell noch auf das Pendeln angewiesen bist, achte darauf, deine Fahrten möglichst angenehm zu gestalten:

  • Bilde Fahrgemeinschaften, sodass du nicht immer selber fahren musst. 
So kannst du dich auf der Fahrt noch ein wenig entspannen.
  • Höre in der Bahn deine Lieblingsplaylist, um dem Pendlertrubel ein wenig zu entgehen und nimm dir an kalten Tagen eine heißes Getränk von zu Hause mit.
  • Außerdem solltest du darauf achten, gut zu frühstücken und ausreichend Schlaf zu bekommen. Schalte den Fernseher abends lieber eine halbe Stunde früher aus, um am nächsten Morgen entspannter in den Tag starten zu können.

Und vor allem solltest du unbedingt Augen und Ohren offen halten. Denn vielleicht ergibt sich völlig unerwartet eine einmalige Möglichkeit, eine geeignete Wohnung in mehr oder weniger direkter Nähe zur Arbeit oder wenigstens mit guter Anbindung zu ergattern. Ja, sowas gibt es – selbst am Kölner Wohnungsmarkt!

Übergewicht

Ein weiteres Risiko des Pendelns ist Übergewicht. Während Kollegen, die direkt in Köln wohnen, den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen können, bist du auf langes Sitzen im morgendlichen und abendlichen Verkehr angewiesen. Doch das ist bei Weitem nicht der einzige Grund für steigende Zahlen auf der Waage.

Übergewicht und Stress stehen in einem direkten Zusammenhang. Vor allem, da Stress die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol erhöht. Hier wird uns das zum Verhängnis, was uns in früheren Zeiten das Überleben gerettet hat. Denn Stress bedeutet heutzutage keinen Überlebenskampf mehr. Den Zucker, den uns das Cortisol zum „Kampf“ zur Verfügung stellt, brauchen wir dann gar nicht. Und so wachsen die Fettpolster. Wer also nach einer stressigen Anfahrt etwas für seine Gesundheit tun will, sollte für Bewegung sorgen. Wie sich das ermöglichen lässt? Hier ein paar Beispiele, die sich gut in den Alltag integrieren lassen:

  • Statt dem Aufzug die Treppe nehmen.
  • Weiter weg parken oder eine Haltestelle früher aussteigen und den Rest des Weges in zügigem Tempo zu Fuß zurücklegen.
  • Beim Telefonieren aufstehen und auf und ab gehen.
  • Den Kollegen im Büro nebenan nicht anrufen, sondern kurz persönlich vorbeigehen.

Ein weiterer Grund für Übergewicht durch das Pendeln ist der Zeitfaktor. Hast du zu Beginn des Artikels ausgerechnet, wieviele Stunden du täglich auf den Kölner Straßen verbringst? Wieviel mehr Sport könntest du treiben, wenn der Weg zur Arbeit nur 10 bis 20 Minuten in Anspruch nehmen würde? Außerdem ist es natürlich verständlich, wenn du nach einem langen Arbeitstag und stressigem Pendeln keine Kraft und Lust mehr hast, dich auch noch körperlich zu betätigen. Doch nutze dies nicht als Ausrede, um abends nur noch den Fernseher einzuschalten!

PRAXISTIPP

Auch wenn es anfangs noch Überwindung kostet: gewöhne dir an, nach der Arbeit wenigstens noch eine Runde spazieren zu gehen. Du musst nicht im Sportstudio schwitzen, doch täglich etwas Bewegung und frische Luft sind immens wichtig für Geist und Körper.

Konzentriere dich dabei auf deine Atmung, bis deine Gedanken sich in Luft auflösen. Versuche, den Stress des Alltags bewusst hinter dir zu lassen. Darüber warum sich der Chef heute so aufgeregt hat oder die Präsentation nicht gelungen ist, kannst du auch morgen weiter grübeln. Die Zeit nach der Arbeit gehört dir! Du wirst erstaunt sein, wieviel ein 30-minütiger Spaziergang ausmachen kann und wieviel wohler du dich auch auf lange Sicht fühlen wirst.

Soziale Kontakte

Soziale Kontakte sind für das Wohlbefinden enorm wichtig. Doch bei Pendlern bleibt oft nur am Wochenende ausreichend Zeit für Privates. Und in diesen kurzen zwei Tagen muss natürlich auch all das erledigt werden, für das unter der Woche die Zeit oder Kraft fehlte.

Du wirst es vielleicht nicht glauben, doch soziale Kontakte sind für uns Menschen regelrecht überlebenswichtig, insbesondere in der heutigen Gesellschaft! Schaue dir dazu gerne mal unseren Beitrag zum Thema Selbstverwirklichung an. Dort wirst du die Bedürfnisse genauer kennenlernen und feststellen, das soziale Kontakte fast so wichtig sind, wie das tägliche Brot.

PRAXISTIPP

Verabrede mindestens einmal im Monat – besser öfter – einen festen Termin mit deinen engsten Freunden. Und gib diesem Treffen oberste Priorität! Der Dreck auf den Fenstern läuft dir garantiert nicht weg. Auch wenn das natürlich wünschenswert wäre…

Die Lösung: Wohnen in Köln

Wenn du trotz deines aktuellen Jobs in Köln mehr Zeit für dich und dein Leben haben willst und dabei auch gesund bleiben möchtest, gibt es eigentlich nur eine Lösung: Suche dir eine Wohnung in Köln. Sicherlich ist das nicht unbedingt einfach und insbesondere junge Arbeitnehmer können sich meist keine teure Wohnung leisten. Doch wie wäre es mit einer Wohngemeinschaft? Davon gibt es in Köln unzählige. Halte die Augen und Ohren offen, frage nach und wenn dir eine Wohnung gefällt, schaue sie dir doch einfach mal unverbindlich an. Du musst dich nicht direkt entscheiden! Doch es kann nicht schaden, seine Optionen zu kennen und sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn auf Dauer ist dir beim Pendeln nur eines sicher: Stress und Krankheit.