Keine 2. Chance für den ersten Eindruck

Innerhalb von 90 Sekunden bilden wir uns ein Urteil über einen Menschen! Und für diesen ersten Eindruck bekommst du keine zweite Chance. Worauf achten Menschen bei der ersten Begegnung? Was bleibt im Gedächtnis? Damit du weißt, wie du im persönlichen Kontakt einen guten ersten Eindruck hinterlässt, wollen wir uns diese Fragen nun etwas genauer anschauen. Am Ende findest du eine praktische Checkliste, mit der du sicher in dein Bewerbungsgespräch starten kannst.

Die erste Hürde ist geschafft!

Du wurdest zum Bewerbungsgespräch eingeladen und kannst dir sicher sein, dass du mit deiner schriftlichen Bewerbung vorerst überzeugen konntest. Beim Vorstellungsgespräch geht es nun darum, deinen Gegenüber auch von deiner Persönlichkeit zu überzeugen. Scheinbar unwichtige Faktoren entscheiden darüber, wie man dich wahrnimmt.

Der erste Eindruck zählt! Denn sobald jemand einen ersten Eindruck von dir hat, wirst du es schwierig haben, an diesem Bild etwas zu verändern.

Blickkontakt und ein echtes Lächeln

Es gibt zwei Dinge, die beim ersten Eindruck von größter Bedeutung sind: Blickkontakt und ein echtes Lächeln. In unserer Kultur ist es ein Gebot der Höflichkeit, Blickkontakt mit dem Gegenüber zu suchen.

PRAXISTIPP

Solltest du dich im Ausland bewerben oder neu nach Deutschland kommen, mache dich unbedingt mit den kulturellen Gegebenheiten vertraut. Nicht nur hinsichtlich des Blickkontakts gibt es gravierende Unterschiede!

Du solltest deinem Gegenüber nicht unentwegt direkt in die Augen starren. Versuche stattdessen, den Blick zwar stets auf deinen Gegenüber zu richten, aber schaue zwischendurch auch auf Mund und Hände des Gegenübers. Deinen Kopf solltest du dabei nicht großartig hin und her bewegen. Wichtig ist, dem Gegenüber zu vermitteln, dass du aufmerksam bist und interessiert zuhörst.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist ein echtes Lächeln. Blickkontakt allein macht die Begrüßung noch nicht perfekt. Erst durch ein freundliches Lächeln gewinnst du Sympathie-Punkte. Den Unterschied zwischen einem echten und einem unechten Lächeln erkennst du sehr leicht an den Augen: Bei einem ernst gemeinten Lächeln bilden sich kleine Falten um die Augen. Beobachte mal im Spiegel, was passiert, wenn du nur mit dem Mund lächelst und wie sich dein Gesichtsausdruck verändert, wenn dein Lächeln von Herzen kommt.

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Quelle: pixabay | 089photoshootings

Händedruck und Körperhaltung

Bei der Begrüßung ist der richtige Händedruck wichtig. Doch auch hier gibt es Fallstricke. Ein flüchtiger, schlaffer Händedruck erzeugt -genau wie ein zupackender Händedruck – kein gutes Gefühl. Achte daher darauf, deinen Gegenüber mit einem moderaten Händedruck zu begrüßen. Dies vermittelt gute Gesundheit und Selbstsicherheit. Genau das, was du als zukünftiger Arbeitnehmer mitbringen solltest.

Neben dem Händedruck ist auch deine Körperhaltung von besonderer Bedeutung. Grundsätzlich solltest du eine offene Körperhaltung einnehmen. Achte auf eine aufgerichtete Wirbelsäule. Aber übertreibe es nicht, denn eine kerzengerade Haltung wirkt angespannt und unsicher.

PRAXISTIPP

Achte auch im Alltag auf eine gerade Körperhaltung. So trainierst du deine Rückenmuskulatur und neigst nicht dazu, in dich zusammenzusinken.

Einen negativen Eindruck erzeugt es, wenn du dich in deinem Stuhl zurücklehnst oder die Arme vor dem Oberkörper verschränkst. Desinteresse, mangelnder Respekt und Verschlossenheit werden mit dieser Haltung assoziiert.

PRAXISTIPP

Es kann positiv auf deinen Gegenüber wirken, wenn du seine Haltung kaum merklich imitierst.

Eine positive Körperhaltung ist übrigens auch für dich selbst wichtig! Denn deine Körperhaltung hat direkte Auswirkungen auf deine Stimmung. Ob du nun unsicher bist oder nicht; mit der richtigen Körperhaltung kannst du dir selbst mehr Selbstbewusstsein geben. Zusatzbonus: Auch deine Stimme klingt dann selbstbewusster.

Kommunikation

Sprich in ganzen Sätzen! Wer unsicher ist, lässt sich oft dazu verleiten, in sehr kurzen Sätzen oder gar Teilsätzen zu antworten und sich selbst mit Wortbeiträgen zurückzuhalten. Das ist ein großer Fehler! Denn eine klare, starke Stimme und ausreichende Redebeiträge an den passenden Stellen sind für dich im Bewerbungsgespräch sehr wertvoll.

Auch „aktives Zuhören“ sollte dir ein Begriff sein. Dabei vermittelst du deinem Gegenüber bei seinen Gesprächsbeiträgen deine Aufmerksamkeit. Folgende Elemente des aktiven Zuhörens solltest du kennen:

  • Zustimmendes Nicken
  • Blickkontakt, wie oben beschrieben
  • Zustimmung durch Äußerungen wie „ja“, „Ich verstehe“, etc.
  • Nachfragen zu Äußerungen

Auch hier gilt natürlich, es nicht zu übertreiben! Wenn du bewusst zuhörst, wirst du schnell spüren, wann welche Elemente des aktiven Zuhörens angebracht sind. Deinen Gesprächspartner ausreden zu lassen und nicht nach seinem letzten Satz direkt selber loszulegen, gehört zum aktiven Zuhören dazu. Bewusste Pausen vor deinen Redebeiträgen zeigen deinem Gesprächspartner, dass du überlegte Beiträge zum Gespräch leistest.

PRAXISTIPP

Gestik und Mimik sind in der Kommunikation insbesondere beim „aktiven Zuhören“ sehr aussagekräftig. Achte daher darauf, deine Gestik und Mimik aktiv einzusetzen und Pausen bewusst zu nutzen.

Kleidung

Zu einem guten ersten Eindruck gehört selbstverständlich auch ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild: Die richtige Kleidung, eine ordentliche Frisur und gepflegte Hände. Auf diese Dinge achtet dein Gegenüber. Wir wollen uns hier mit dem wichtigsten Elemente des Erscheinungsbildes beschäftigen: Der Kleidung. Denn während du bei Frisur und Händen nicht viel falsch machen kannst, gibt es bei der Kleidung deutlich mehr zu beachten.

Übrigens spielt auch der Geruch bei der ersten Begegnung eine entscheidende Rolle! Hier gilt, weniger ist mehr. Denn ein zu aufdringlicher Geruch ist der Sympathie nicht förderlich. Dies gilt natürlich sowohl für positive, als auch für negative Gerüche.

Aus der Psychologie ist bekannt, dass wir eher Sympathie mit einem Menschen empfinden, desto mehr Gemeinsamkeiten wir feststellen. Hier hast du es insofern einfach, als dass du anhand der Branche relativ sicher einschätzen kannst, welche Kleidung dein Gegenüber tragen wird. Stelle dir die Frage, welche Anforderungen die Branche an deine Kleidung stellt. Je mehr Kundenkontakt im Unternehmen besteht, desto förmlicher ist in der Regel die Kleiderordnung. Auch die Größe des Unternehmens oder der Internetauftritt können einen Anhaltspunkt geben.

Wähle also gepflegte Kleidung, die dem Anlass und den Anforderungen am besten entspricht. Selbstverständlich sollte deine Kleidung makellos sein. Auch der kaum sichtbare Fleck am Ärmel ist ein absolutes No-Go! Sauber und gepflegt ist hier das oberste Gebot. Farblich empfehlen wir dir neutrale Töne, wie schwarz oder blau. Außerdem kannst du Kontraste (zum Beispiel: schwarz – weiß) gut nutzen.

Noch ein Hinweis zum Thema Haut: Wähle grundsätzlich Kleidung, die möglichst alle großen Hautpartien, zum Beispiel die Arme, vollständig bekleidet. Denn nicht bedeckte Hautpartien lenken ab.

PRAXISTIPP

Ein Outfit ist nur so perfekt wie deine Ausstrahlung.
Achte daher auf Kleidung, in der du dich wohlfühlst. Denn nur so wirkst du authentisch und kannst auf ganzer Linie überzeugen!

Checkliste

  • Du hast die richtige Kleidung ausgewählt.
  • Dein gesamtes äußeres Erscheinungsbild ist angenehm und stimmig.
  • Den Wohlfühl-Faktor hast du bei der Auswahl deines Outfits berücksichtigt.
  • Du bist dir über die Bedeutung deiner Körpersprache bewusst.
  • Die Elemente des aktiven Zuhörens sind dir bekannt.
  • Du kannst Pausen bewusst einsetzen.
  • Die wichtigsten Merkmale einer guten Begrüßung sind dir bekannt.
  • Du hast den richtigen Blickkontakt geübt.

Dann bist du bereit für einen guten ersten Eindruck!