Hintergrundwissen für erfolgreiche Teamarbeit

Teams sollen gemeinsame Ziele erreichen. Doch nicht immer gelingt Teamwork problemlos. Warum dies so ist, werden wir im heutigen Beitrag klären. Wir werden dir die verschiedenen Teamrollen vorstellen und uns anschauen, welche Bedeutung dieses Wissen im Berufsalltag hat.

Einführung

Du hast bestimmt schonmal festgestellt, dass du selbst und auch deine Kollegen in verschiedenen Teamkonstellationen immer wieder ähnliche Aufgaben übernehmen. Das theoretische Konzept dahinter stammt von Dr. Meredith Belbin. Es geht davon aus, dass ein Mensch in einem Team eine bestimmte Rolle übernimmt. In der Regel ist das genau die Rolle, die der Persönlichkeit und den individuellen Talenten am besten entspricht. Am erfolgreichsten ist ein Team dann, wenn alle Teamrollen vertreten sind. Denn die einzelnen Rollen ergänzen sich gegenseitig in ihren Stärken und Schwächen. Welche Teamrollen das genau sind, wirst du in diesem Artikel erfahren.

Handlungsorientierte Rollen

Zunächst schauen wir uns die handlungsorientierten Rollen an. Dazu gehören der Macher, der Umsetzer und der Perfektionist. Bei diesen Rollen steht das „Tun“ im Vordergrund.

Der Macher:

Personen, die diese Rolle einnehmen, streben danach, Ziele zu erreichen und sind bemüht, andere Teammitglieder dementsprechend zu beeinflussen. Unter Druck zu arbeiten, stellt für diese Personen kein Problem dar. Sie sind hoch motiviert und können das Team antreiben. Gefühle anderer Teammitglieder übergeht der Macher jedoch häufig.

Der Umsetzer:

Diese Personen arbeiten ehrgeizig und selbstdiszipliniert und setzen dabei bereits entwickelte Ideen in die Tat um. Aufgaben, die nicht gerne von anderen Teammitgliedern übernommen werden, führen sie systematisch und zielorientiert aus. Umsetzer sind in ihrem Handeln sehr strukturiert und praxisbezogen, reagieren auf Veränderungen jedoch langsam.

Der Perfektionist:

Perfektionisten achten auf Details und erkennen Fehler frühzeitig. Ihr Arbeiten ist von Pflichtbewusstsein und Genauigkeit geprägt. Sie neigen jedoch dazu, bereits in Kleinigkeiten Probleme zu sehen und können daher den Fortschritt der Arbeit verzögern.

PRAXISTIPP

Versuche herauszufinden, wer in deinem Team welche Rolle übernimmt. So wird es für dich leichter werden, die Vorgehensweise und Wünsche der Personen zu verstehen.

Teamwork Belbin Kommunikation
Quelle: pixabay | geralt

Kommunikationsorientierte Rollen

Neben den handlungsorientierten Rollen gibt es auch die kommunikationsorientierten Rollen. Für den Koordinator, den Teamarbeiter und den Wegbereiter sind sehr unterschiedliche Aspekte relevant. Sie unterscheiden sich mitunter stark hinsichtlich ihrer Persönlichkeit und ihrer Vorlieben. Für alle steht jedoch die Kommunikation außerhalb oder innerhalb des Teams an erster Stelle ihres Handelns.

Der Koordinator:

Die Rolle des Koordinators wird überwiegend von toleranten Menschen mit gefestigter Persönlichkeiten übernommen, die sowohl in der Lage sind, zuzuhören als auch bestimmt zu reagieren. Ein Koordinator gewinnt schnell einen Überblick über die Fähigkeiten der Teammitglieder und kann daher zielführend delegieren. Kreative Impulse kommen jedoch hauptsächlich von anderen Teammitgliedern.

Der Teamarbeiter:

Das kommunikative Geschick sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl des Teams hängen zu großen Teilen von der Rolle des Teamarbeiters ab. Personen, die diese Rolle übernehmen, können Konflikte beruhigen und die Beziehungen der Teammitglieder untereinander stärken. Unter Druck lässt sich der Teamarbeiter jedoch leicht beeinflussen und trifft ungern Entscheidungen.

Der Wegbereiter:

Teams sind nicht nur auf ihre Teammitglieder angewiesen, sondern auch auf Kontakte außerhalb des Teams. Diesen Kontaktaufbau und die Beschaffung notwendiger Informationen und Quellen übernimmt der Wegbereiter. Die Stärken dieser Personen liegen in ihrer Extrovertiertheit und Kommunikationsstärke. Ihr Enthusiasmus ermöglicht Ihnen zwar erfolgreichen Kontaktaufbau, kann jedoch auch zum Hindernis werden. Denn Wegbereiter verlieren schnell das Interesse, sobald die erste Euphorie verflogen ist.

PRAXISTIPP

Sobald du erkannt hast, wer welche Rolle übernimmt, kannst du ihre Fähigkeiten aktiv stärken. Das Wissen über die verschiedenen Teamrollen kann das Miteinander positiv beeinflussen.

Wissensorientierte Rollen

Die dritte Gruppe der Teamrollen stellen die wissensorientierten Rollen dar. Insbesondere der Erfinder leistet die kreative Denkarbeit und entwickelt neue Ideen. Sowohl der Beobachter, als auch der Spezialist sind eher objektive Beobachter und tragen in schwierigen Phasen zum Teamerfolg bei.

Der Erfinder:

Diese Rolle wird meist von introvertierten Personen mit hoher Intelligenz sowie großer Fantasie und Kreativität übernommen. Erfinder bewegen sich in ihrer eigenen Gedankenwelt. Dadurch haben sie einerseits großes Potenzial, zielführende Lösungsvorschläge zu entwickeln, andererseits fallen sie jedoch durch unzureichende Kommunikation auf.

Der Beobachter:

Schwierigen Phasen der Entscheidungsfindung sind häufig auch von emotionale Diskussionen geprägt. Der Beobachter kann in diesen Phasen durch eine objektive und sorgfältige Betrachtung der Situation, Vorschläge auf ihre Durchführbarkeit hin überprüfen und so die Entscheidungen des Teams vorantreiben. Durch seine Nüchternheit und mangelnden Antrieb ist er jedoch nicht in der Lage, Menschen zu inspirieren. Der Beobachter tritt daher insbesondere in Phasen der Ideensammlung in den Hintergrund.

Der Spezialist:

Je nach Fragestellung und Ziel der Teamarbeit wird bestimmtes Fachwissen verlangt. Der Spezialist verfügt über dieses Wissen und trägt daher insbesondere dann zum Teamerfolg bei, wenn kein anderes Teammitglied entsprechende Kenntnisse oder Fähigkeiten einbringen kann. Personen in dieser Rolle sind in der Regel introvertiert und verlieren sich in Details.

PRAXISTIPP

Welche Teamrolle übernimmst du? Nur wer weiß, welche Aufgabe er hat, kann diese erfolgreich erfüllen.

Zusammenfassung

Du hast nun die neun Teamrollen kenngelernt, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Im Arbeitsalltag ist es meistens so, dass die Rollen nicht 1:1 vertreten sind. Vor allem in kleineren Teams übernehmen einzelne Personen mehrere Aufgaben oder es fehlen gewisse Rollen. Viel wichtiger ist es, das Wissen über die verschiedenen Teamrollen positiv zu nutzen. Denn für die Praxis ergeben sich daraus folgende Vorteile:

  • Ein hoch leistungsfähiges Team kann je nach Situation, Anforderung und personellen Möglichkeiten zusammengestellt werden.
  • Bei auftretenden Konflikten kann das Team schnelle Lösungsmöglichkeiten finden.
  • Talente können einfacher identifiziert und gefördert werden.