Gesundheit ist Chefsache: Richtig führen

Seit einigen Jahren ist der Begriff BurnOut keine Seltenheit mehr. Die steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz führen immer häufiger zu psychischen Erkrankungen. Doch du als Führungskraft hast einen Einfluss auf die Gesundheit deiner Mitarbeiter. Darum zeigen wir dir heute, was einen gesundheitsförderlichen Führungsstil ausmacht und wie du die wichtigsten Elemente daraus leicht umsetzen kannst.


Grundlagen

Die Ursache für psychische Erkrankungen sind häufig akute Stresssituationen und dauerhafte Belastungen am Arbeitsplatz. Daher gehören die Arbeitsbedingungen neben externen und persönlichen Ressourcen zu den Kernelementen der psychischen Gesundheit. Als Führungskraft hast du daher einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Gesundheit deiner Mitarbeiter.

Schaue dir die folgenden Führungsstile an, um zu verstehen, wodurch sie sich auszeichnen.

  • Eine transformatorische, das heißt kommunikative und Sinn vermittelnde Führung fördert die Gesundheit der Mitarbeiter. Dieser Führungsstil zeichnet sich durch das aktive Vorleben einer gesundheitsförderlichen Lebensführung und Arbeitsweise durch die Führungskraft aus.

 

  • Auch transaktionale Führung kann die psychische Gesundheit der Mitarbeiter positiv unterstützen. Bei diesem Führungsstil wird besonderer Wert auf Planung und Ordnung sowie die Honorierung von Leistungen gelegt.

PRAXISTIPP

Begegne deinen Mitarbeitern mit Wertschätzung und zeige die Bereitschaft, auf individuelle Probleme zu reagieren. So kannst du gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen und im Idealfall die Entstehung psychischer Erkrankungen vermeiden.

  • Daneben gibt es jedoch auch Führungsstile, die zu erhöhtem Stress führen. Dazu gehört zum Beispiel die Laissez-Faire-Führung, bei der die Führungskraft wenig Einfluss auf die Mitarbeiter nimmt. Denn deine Mitarbeiter brauchen Führung, Anerkennung und Motivation. Unklare Aufgaben und fehlende Kommunikation führen zu größerem Stresserleben und damit einhergehend zu einem höherem Risiko für psychische Erkrankungen.

Stressfaktoren im Arbeitsleben

Grundsätzlich lassen sich sechs Bereiche festhalten, die im Arbeitsleben Stress verursachen können:

Zum Einen Anforderungen, die sich direkt aus der Arbeit ergeben. Dazu gehören neben steigenden Leistungsanforderungen auch Zeitdruck und unklare Aufgaben. Sowie Belastungen, die sich aus der Rolle des Mitarbeiters ergeben. Darunter fallen zum Beispiel sehr hohe Verantwortung oder der Wunsch, sich durch besondere Leistungen hervorzuheben.

Ebenso führen Schwierigkeiten im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten – schlechtes Betriebsklima und Mobbing – zu erhöhtem Stress. Auch persönliche Faktoren, wie geringe Selbstwirksamkeitserwartung, mangelnde Qualifikation oder familiäre Konflikte beeinflussen das Stresserleben negativ und wirken sich so langfristig schädigend auf die Gesundheit aus.

PRAXISTIPP

Fördere und stärke deine Mitarbeiter auch in ihrer Persönlichkeit und achte auf einen wertschätzenden Umgang miteinander.

Auch Störfaktoren am Arbeitsplatz, zum Beispiel schlechte Belüftung, fehlendes Tageslicht und Lärm, sowie eng besetzte Großraumbüros oder räumliche Isolation gehören zu möglichen Stressoren. Diese Beeinträchtigungen sind mitunter sehr leicht zu beheben – doch oft sind diese Probleme gar nicht bekannt. Du solltest diese Bedingungen daher nicht als gegeben hinnehmen, sondern sie an das Management kommunizieren und dich aktiv für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen einsetzen.

Burnout Stress Führung
Quelle: pixabay | geralt

Erkenne gefährdete Mitarbeiter!

Du fragst dich vielleicht, wie du das Risiko eines Mitarbeiters erkennen kannst. Doch eine pauschale Antwort gibt es hier leider nicht. Du solltest deine Mitarbeiter genau kennen, um mögliche Verhaltensänderungen identifizieren zu können. Achte auf vermehrte Ungeduld und Reizbarkeit, sowie Leistungsschwankungen und Aggressionen deiner Mitarbeiter. Dies können erste Anzeichen für eine hohe Stressbelastung sein. Auch Alkohol- und Nikotinkonsum oder zunehmende Krankheitstage sind ein Alarmsignal!

Umsetzung in der Praxis

Aufgabenverteilung:

Du hast als Führungskraft Einfluss auf die Aufgabenverteilung, den Arbeitsumfang und die Arbeitsabläufe. Vermeide unklare Aufgaben, sowie Über- oder Unterforderung von Mitarbeitern und schaffe Handlungsspielräume! Auch die Organisation von Arbeitsabläufen gehört zu möglichen Verbesserungen.

Soziales Miteinander:

Das Miteinander im Team wird durch dein Verhalten maßgeblich beeinflusst. Setze dein eigenes Verhalten daher bewusst ein, um einen positiven Umgang zu etablieren und Mobbing vorzubeugen. Darüber hinaus bist du die direkte Ansprechperson im Unternehmen. Sei dir dieser wichtigen Funktion bewusst. Denn dein Führungsverhalten und der persönliche Umgang mit den Mitarbeitern bestimmen maßgeblich, ob psychische Belastungen frühzeitig erkannt werden können.

Persönlichkeit:

Um die Selbstwirksamkeitserwartung von Mitarbeitern zu erhöhen, ist regelmäßiges Feedback von entscheidender Bedeutung. Weiterbildungsmöglichkeiten und Coachings können dazu beitragen, Mitarbeiter zu stärken. Auch ihre Fähigkeit, Probleme zu lösen, kannst du durch diese Maßnahmen stärken. Darüber hinaus kannst du Anreize zur Leistungssteigerung setzen und die Motivation deiner Mitarbeiter durch Anerkennung ihrer Leistungen steigern.

Strukturen und Kommunikation:

Durch klare Regelungen und das Vorleben rücksichtsvoller Verhaltensweisen kannst du dazu beitragen, Störungen im Arbeitsalltag zu vermeiden. Hierbei ist es elementar wichtig, das Gespräch mit den Mitarbeitern zu suchen. Frage deine Mitarbeiter, wie es Ihnen geht und welche Verbesserungsvorschläge sie haben.

Zusammenfassung

Du trägst Verantwortung – nicht nur für deine eigene Gesundheit, sondern vor allem auch für die deiner Mitarbeiter! Wenn du die folgenden Punkte beachtest, steht einem starken und gesunden Team nichts mehr im Wege:

  • Kommuniziere auf Augenhöhe.
  • Interessiere dich für das Wohlergehen deiner Mitarbeiter.
  • Achte auf klare Aufgabenverteilung und Verantwortungsbereiche.
  • Pflege einen wertschätzenden Umgang mit deinen Mitarbeitern.
  • Gib deinen Mitarbeitern Feedback und unterstütze Sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung .
  • Sprich mit deinen Mitarbeitern und bitte regelmäßig um konstruktive Kritik!