Die perfekte Online Bewerbung: Der Lebenslauf

TEIL 2

Auf den ersten Blick: Der Lebenslauf

Der Lebenslauf erscheint im Vergleich zum Anschreiben wie ein Spaziergang. Es gibt unzählige Vorlagen und du musst nur die Fakten zu Papier bringen. – Nicht ganz. Denn auch hier gilt es, die entscheidenden Punkte zu sammeln und dich von deiner besten Seite zu präsentieren!

Inhaltliche Anforderungen

Zunächst stellt sich die Frage, wie du deinen Lebenslauf am besten aufbaust. Zu den absolut notwendigen Bestandteilen gehören 6 bis 8 Elemente:

Deine Daten

Dazu gehören Name, Anschrift und Kontaktmöglichkeit. 
Deinen Familienstand und Angaben zur Familie sind heutzutage nicht mehr unbedingt nötig und auch auf ein Foto darfst du verzichten. Der Hintergrund ist folgender: Bewerber sollen ausschließlich nach ihren Fähigkeiten beurteilt werden und nicht auf Grund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens. 
Eine offene Kommunikation in dieser Hinsicht dürfte bei jedem Arbeitgeber jedoch positiv ankommen und auch ein professionelles Bewerbungsfoto steht deiner Bewerbung gut.

Die ausgeschrieben Stelle

Dies wird im Lebenslauf gerne vernachlässigt, doch der psychologische Effekt dieses Abschnittes ist beachtlich! Denn auf diese Weise unterscheidet sich dein Lebenslauf von einem Standardlebenslauf, den ein Bewerber an 20 verschiedene Arbeitgeber versendet. Zeige hier noch einmal mehr, dass du genau diese Stelle haben möchtest.

Die Berufliche Erfahrung

Von besonderer Bedeutung für den zukünftigen Arbeitgeber sind deine bisherigen Berufserfahrungen. Achte darauf, deine genauen Positionen und Aufgaben in kurzen Worten zu beschreiben. Für Berufsanfänger entfällt dieser Abschnitt in der Regel, stattdessen gewinnt der folgende Teil größere Bedeutung.

Die Ausbildung

An erster Stelle steht hierbei natürlich die berufliche Ausbildung oder das Studium. Doch auch ein freiwilliges soziales Jahr oder andere berufsqualifizierende Ausbildungen sollten hier genannt werden. Bei guten Ergebnissen kannst du auch gut deine Abschlussnote erwähnen. Achte in diesem Fall jedoch darauf, alle Abschlussergebnisse anzugeben.

Deine Praktika

Insbesondere für Berufsanfänger ist die Angabe geleisteter Praktika von Bedeutung, denn sie betonen deine praktischen Kenntnisse und Arbeitserfahrungen. Achte jedoch darauf, nicht wahllos alle Tätigkeiten aufzulisten, sondern nur solche, die hinsichtlich der Fähigkeiten für die ausgeschrieben Stelle relevant sind.

Ehrenamt oder Engagement

Wer freiwillig im örtlichen Sportverein als Trainer mitarbeitet oder eine Lesestunde für Kinder gestaltet, beweist viele wichtige Kompetenzen: Teamfähigkeit, Offenheit, Interesse an Politik und Gesellschaft. Fähigkeiten, die im Arbeitsleben von besonderer Bedeutung sein können. Doch achte auch hier auf eine gute Auswahl! Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass dir dein Ehrenamt wichtiger sei, als der Beruf!

Besondere Kenntnisse und Auszeichnungen

Du sprichst fünf Sprachen fließend, hast für deine Fähigkeiten eine besondere Auszeichnung erhalten oder dir neben Schule und Beruf das Programmieren beigebracht? Diese Dinge finden hier ihren Platz. Achte weiterhin darauf, nur relevante Kompetenzen aufzulisten und deinen zukünftigen Arbeitgeber nicht mit unwichtigen Informationen zu langweilen.

Hobbys

Dies ist ein sicherlich nicht ganz unproblematisches Thema. Hobbys im Lebenslauf können sehr positiv wirken und dich von anderen Bewerbern abheben. Vorausgesetzt, sie sind aussagekräftig und entsprechen den Tatsachen. Wer zweimal im Jahr ein bisschen Fantasy liest, sollte sich diese Angabe gut überlegen. Spielst du in deiner Freizeit jedoch in einem Orchester, zeigt dies Teamfähigkeit und Ehrgeiz und hat damit einen hohen Informationswert. Überlege dir daher gut, welche Freizeitaktivitäten deinem Lebenslauf einen Mehrwert geben. Und stelle dich darauf ein, dass dazu im Vorstellungsgespräch Fragen auftreten können.

Die Gestaltung

Foto rechts oder links. Schlicht oder auffällig. Hinsichtlich der Gestaltung gibt es viele Möglichkeiten. Inspirationen kannst du dir an den vielen Beispielen im Internet holen. Bleibe jedoch immer einmalig und verzichte auf Vorlagen. Überlege dir eine Gestaltung, die sowohl zu dir, als auch zu der Art der angestrebten Position passt.

An der grundsätzlichen Formatierung solltest du jedoch nichts verändern. Denn ein einheitliches Erscheinungsbild deiner Bewerbung vermittelt einen professionellen Eindruck und sollte dir daher sehr wichtig sein. Solltest du dich im Anschreiben zum Beispiel an die DIN 5008 gehalten haben, empfehlen wir dir diese auch im Lebenslauf. Dennoch kannst du natürlich mit der sparsamen Verwendung von Farben oder einer individuellen Kopfzeile kreativ umgehen und dafür sorgen, dass deine Bewerbung nicht nur inhaltlich im Gedächtnis bleibt.

PRAXISTIPP

Sollte dein Lebenslauf über eine Seite hinausgehen, solltest du die Seiten unbedingt nummerieren!

Exkurs: Lücken im Lebenslauf

Jeder kennt sie: die gefürchtete Lücke im Lebenslauf. Eine Zeit, in der du nichts nachweisen kannst. Eine Lücke, die jede Bewerbung zum Scheitern verurteilt. Doch stimmt das?

Wir sind der Meinung, dass es diese „Lücken“ nicht gibt. Denn unabhängig davon, was du zu dieser Zeit gemacht hast, du wirst etwas gelernt haben. 
Bist du durch die Welt gereist? Hast du Kulturen kennengelernt und dich persönlich weiterentwickelt?

Wusstest du nach der Schule nicht, was du mit deinem Leben anfangen möchtest und hast eine Weile gebraucht, um dich zu entscheiden? Hast du viel gelesen, dich mit unterschiedlichen Menschen darüber unterhalten, vielleicht sogar angefangen einen Blog darüber zu schreiben oder in der Zeit eine neue Fähigkeit entdeckt?
Dann lass die Welt davon wissen – oder zumindest deinen zukünftigen Arbeitgeber. Schreibe selbstbewusst „Orientierungsphase“ oder „Weltreise“ in deinen Lebenslauf. Denn dies macht dich einzigartig. Wenn dir das nicht ausreicht, kannst du in wenigen Stichpunkten die erworbenen Kompetenzen ergänzen.
Ein offener Umgang mit der vermeintlichen Lücke ist um ein Vielfaches besser, als diese Zeit einfach totzuschweigen. Denn dies wirft nur unnötige Fragen auf, die im schlimmsten Fall dazu führen, dass deine Bewerbung aussortiert wird.

Damit hast du nun auch den zweiten Teil der wichtigsten Bewerbungsunterlagen perfektioniert. Bevor die finale Entscheidung zum „Senden“ ansteht, sind jedoch noch einige Dinge zu erledigen. Wie du auch hierbei unnötige Fehlerquellen vermeidest, erfährst du im dritten Teil.