Die perfekte Online Bewerbung: Das Anschreiben

Wann hast du zuletzt deine Bewerbungsmappe zur Post gebracht? Das ist vermutlich schon eine ganze Weile her, denn die Bewerbung auf dem Postweg stirbt aus. Stattdessen fordern Unternehmen heutzutage meist eine Bewerbung per Mail oder über ein Online-Formular. Praktisch, oder? Leider verleitet die digitale Bewerbung häufig zu Fehlern und Flüchtigkeit. Darum zeigen wir dir in dieser drei-teiligen Reihe, wie du mit der perfekten Online-Bewerbung überzeugen kannst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest. Im ersten Teil der Serie zeigen wir, wie das perfekte Anschreiben deiner Online Bewerbung aussehen sollte.

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Quelle: pixabay | geralt

TEIL 1

Wie früher: Das Anschreiben

Schon zu Zeiten analoger Bewerbung kannten wir das gefürchtete Anschreiben. Und daran ändert sich trotz digitaler Bewerbung nichts. Denn dein zukünftiger Arbeitgeber möchte wissen, wer du bist und warum gerade du perfekt für die ausgeschriebene Stelle geeignet bist.

Damit du bereits im Anschreiben überzeugen kannst, solltest du die folgenden Schritte beachten.

Der Briefkopf

Wie ein traditioneller Brief auf dem Postweg, benötigt auch dein digitales Anschreiben einen üblichen Briefkopf mit Absender, Empfänger und Datum. Dabei kannst du dich an dem klassischen Aufbau nach DIN 5008 orientieren. Diese legt eine Norm für das Erstellen von Geschäftsbriefen fest. Auch wenn du dich nicht zwingend an diese Norm halten musst, kannst du bei der Formatierung deines Anschreibens den routinierten Umgang bei der Erstellung von Geschäftsbriefen beweisen.

DIN 5008 – So geht’s

  1. Deine Seitenränder sollten links mindestens 2,5cm und rechts mindestens 2cm betragen. Entscheide dich für eine gut lesbare Schrift, wie Arial oder Calibri in einer Schriftgröße zwischen 11 und 12pt. Schaue mal in die Vorlagen oder die Voreinstellungen deines Dokuments. Meistens wirst du genau diese Einstellungen finden.
  2. Der Zeilenabstand sollte 1 bis 1,5 betragen, je nach Textlänge. Achte darauf, dass dein Anschreiben auf eine Seite passt!
  3. Linksbündige Texte lassen sich gut lesen. Doch auch der Blocksatz macht einen ordentlichen Eindruck, wenn die Wörter nicht zu weit auseinander gezogen werden. Entscheide dich am besten nach dem Schreiben für eine der beiden Varianten.
  4. Das erste Element deines Anschreibens stellt deine Anschrift dar. Sie wird rechtsbündig formatiert. Sollte es mit der einen Seite kritisch werden, kannst du deine gesamte Anschrift in die Kopfzeile setzen und in eine Zeile schreiben. Achte auf eine gut lesbare Trennung der einzelnen Abschnitte.
  5. An zweiter Stelle folgt die Anschrift des Empfängers. Diese formatierst du linksbündig. Nach drei Leerzeilen beginnst du mit dem vollständigen Firmennamen. Im Idealfall folgt in der nächsten Zeile der Ansprechpartner. Die folgenden zwei Zeilen umfassen die Postanschrift des Unternehmens. Es folgen zwei Leerzeilen.
  6. Zuletzt folgt im Briefkopf noch das Datum und – falls abweichend vom Standort des Unternehmens- der Ort. Wie du dein Datum formatierst ist grundsätzlich beliebig. Achte jedoch auf Einheitlichkeit in der gesamten Bewerbung.

Solltest du dich bewusst gegen diese Norm entscheiden, weil der ausgeschriebene Job einen kreativen Kopf verlangt, achte dennoch darauf, dass das Erscheinungsbild der Bewerbung einheitlich und gut lesbar bleibt.

Betreffzeile und Textteil

Merke dir bitte, dass das Wort „Betreff“ heutzutage nicht mehr verwendet wird. Schreibe daher deine aussagekräftige Betreffzeile ohne Zusätze mit jeweils zwei-zeiligem Abstand nach oben und unten.

Es folgt die Anrede. Im Idealfall nennst du deinen Ansprechpartner namentlich. Denn dies wirkt persönlicher, als die neutrale Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Im Anschluss folgt ein Komma und eine Leerzeile zum Text.

Das Schwierigste am Anschreiben folgt nun: Dein Marketing!
Hier gibt es kaum ein einheitliches Vorgehen, denn die Anforderungen sind abhängig von der angestrebten Stelle, deinen Erfahrungen und deinen Besonderheiten.

Grundsätzlich solltest du in der Einleitung zunächst kurz deine Motivation nennen. Insbesondere im ersten Satz gilt es, keine Standardformulierungen zu verwenden, sondern mit etwas Besonderem aus der Masse herauszustechen.

PRAXISTIPP

Schreibe den ersten Satz ganz zum Schluss. So kannst du die anfänglichen Schwierigkeiten der ersten Schreibblockade umgehen und den Satz passend zu deiner Argumentation formulieren.

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Im Hauptteil geht es ums Marketing. Hier präsentierst du dich und deine Stärken und beantwortest dem Arbeitgeber die Frage, warum er ausgerechnet dich auswählen sollte. Vermeide es, die Punkte in deinem Lebenslauf herunterzubeten oder Standardformulierungen ohne Aussagekraft zu verwenden. Argumentiere deine Stärken und Talente stattdessen anhand von erfolgreich durchgeführten Projekten und besonderen Auszeichnungen, die du auch im Lebenslauf aufführst.

Sobald du diesen Abschnitt gemeistert hast, solltest du deinem zukünftigen Arbeitgeber auch erzählen, welche Vorteile deine Einstellung bringt. Welchen Mehrwert bietest du dem Unternehmen? Welche einmaligen Kompetenzen kannst du beitragen, um das Unternehmen voranzubringen?

PRAXISTIPP

Nicht nur fachliche Fähigkeiten bringen ein Unternehmen voran. Ein gutes Miteinander ist ebenso bedeutsam. Solltest du besonders ausgeprägte soziale Fähigkeiten und ein Gespür für Teamarbeit haben, ist auch das für deinen Arbeitgeber ein wertvoller Nutzen.

Jetzt ist es fast geschafft. Doch vergiss nicht, dass auch die letzten Worten deines Schreibens eine große Wirkung haben. Hier kannst du noch einmal erhebliche Punkte sammeln!

Die letzte Zeile

Achte bei der Formulierung der Abschlusszeile möglichst darauf, den Konjunktiv zu vermeiden.

  • nicht so: „über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich freuen.“,
  • sondern so: “über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.“

Du fragst dich, warum dieser kaum merkliche Unterschied hier überhaupt zur Sprache kommt? Weil dieser Unterschied eine deutlich größere Wirkung hat, als du vielleicht annimmst. Denn durch die Verwendung des Indikativs zeigst du Selbstsicherheit. Du weißt, dass genau du der oder die Richtige für den Job bist und das darfst du deinem zukünftigen Arbeitgeber auch zeigen.

Deine Unterschrift

In Papierform war das natürlich noch selbstverständlich. Doch wie machst du es per E-Mail richtig? Ausdrucken, unterschreiben, einscannen? Diesen Aufwand musst du zum Glück nicht betreiben. Denn in der Regel reicht es, deinen Namen unter das Anschreiben zu setzen.

Die Anlagen

Setze das Wort „Anlagen“ als letztes Element unter deinen Text. Solltest du mehrere Zeugnisse, Arbeitsproben und Bescheinigungen vorzulegen haben, liste diese in der richtigen Reihenfolge untereinander auf. So hilfst du dem Personalverantwortlichen, sich einen schnellen Überblick über die relevanten Anlagen zu verschaffen.

Jetzt heißt es durchatmen. Denn das Anschreiben ist geschafft und du bist deinem Traumjob bereits einen großen Schritt näher. Auch für die zweite Herausforderung, den Lebenslauf, werden wir dir einige Tipps mit auf den Weg geben und kritische Fehlerquellen aufdecken.